“Durch Ihn Traf Ich Meine Zukünftige Frau, Felisa”

Durch Teodor Todorov

Ich bin in einer nichtreligiösen Familie in Bulgarien geboren. Die Hauptreligion in Bulgarien ist das orthodoxe Christentum, doch nach 50 Jahren Kommunismus und Atheismus ist die Mehrheit der Bevölkerung nicht besonders gläubig. Insbesondere die jungen Leute betrachten die organisierte Religion mit Skepsis. In meiner Familie zum Beispiel sah man alle Arten von religiösen Ideen und Ritualen als etwas Seltsames, ja sogar verrücktes an und sie wurden meistens verspottet. Seit früheste Kindheit fühlte ich jedoch in meinem Herzen ein Verlangen nach Spiritualität und nach einer Beziehung zum Lenker der Welt (vermutlich hat jeder instinktiv solche Gefühle, da wir ja alle Kinder desselben G-ttes sind), doch wusste ich weder wie eine solche Verbindung aufzubauen ist, noch wie religiösen Konzepten im alltäglichen Leben einzusetzen sind. Mit 18 bin ich nach Deutschland umgezogen um zu studieren. Da ich mich jetzt unabhängiger fühlte, spürte ich auch die Kraft und Notwendigkeit meine spirituelle Reise zu beginnen. Zu dieser Zeit las ich zum ersten Mal die Bibel und begann gezielt nach G.tt zu suchen und nach dem besten Weg, Ihm zu dienen und mich Ihm zu nähern.

Nachdem ich zum ersten Mal die Bibel gelesen hatte, begann ich mich langsam zu verändern. Ich trennte mich von meiner Umgebung und meinen damaligen Freunden, von einem leeren Leben von Partys und Eitelkeit und begann einige Jahre in Abgeschiedenheit zu leben und sammelte alle möglichen Informationen über viele verschiedene Religionen. Ich dachte mir: G-tt lässt zu, dass so viele Religionen in der Welt existieren- vermutlich ist auch keine von ihnen die einzig Richtige. Es muss dann einen Funken Wahrheit in jeder von ihnen geben. (Natürlich weiß ich jetzt, dass diese Logik falsch und gefährlich ist). Nach 4 Jahren intensiver spiritueller Suche war G-tt mir gnädig und eines Tages beschloss ich zu versuchen, gemäß der jüdischen Lehre, der Tora, zu leben. Später fand ich heraus, dass der genaue Tag, an dem ich diese lebensverändernde Entscheidung traf, zufällig der Tag von Schavuot war, dem Tag, an dem das jüdische Volk die Tora von G-tt am Berge Sinai empfing.

Nachdem die Entscheidung getroffen war, entwickelte sich alles sehr schnell. Ich fing an im Internet nach Tora-Ressourcen zu suchen. Ein wenig später fand ich die Website www.chabad.org (dies geschah an einem anderen speziellen Tag – Gimmel Tamuz). Es war Zeit, zum ersten Mal die Tora mit dem Kommentar von Raschi zu lesen, plötzlich wurden so viele Fragen beantwortet. Ich konnte nun die Bedeutung so vieler Stellen in der Bibel verstehen, die zuvor für mich ein Rätsel gewesen waren. Allmählich begann alles einen Sinn zu ergeben, ich begann ein größeres und harmonisches Bild zu sehen. Ich nahm Kontakt mit der örtlichen jüdischen Gemeinde auf und begann, die Gottesdienste in der Synagoge zu besuchen. Die Juden haben mich sehr freundlich und herzlich willkommen geheißen, wofür ich sehr dankbar bin.

Zu dieser Zeit hatte ich immer noch nichts von den 7 Gesetzen Noahs gehört. Ich wusste nicht, dass es einen Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden gibt, dass G-tt verschiedene Missionen vorbereitet hat und unterschiedliche Erwartungen an Seinen Jüdischen und Nichtjüdischen Kindern hat. Dann bin ich auf eine andere Website gestoßen – www. AskNoah.org und eine ganz neue Dimension des Wissens hat sich mir offenbart. Ich fing an, die Materialien dort zu lesen, fing an, Fragen im Online-Forum zu stellen. Dennoch vergingen ungefähr noch 5 Jahre, bis ich zum ersten Mal einen echten Rabbi persönlich traf, doch dank der modernen Technologien war ich in der Lage, über das Internet Kontakt mit orthodoxen Juden haben, die der Verbreitung der Wahrheit der Tora gewidmet waren. Mein Mentor und Lehrer ist Rabbi Dr. Michael Schulman aus Jerusalem, Israel, Direktor von AskNoah Intl. Er hat mich über die Jahre geführt und mir geholfen, mehr und mehr über meine Lebensaufgabe zu erfahren. Später habe ich durch ihn meine Frau Felisa kennengelernt, die ebenfalls Noachidin ist.Mit G-ttes Hilfe hoffen wir, weiterhin Tora online zu studieren, mit dem Noahide Academy of Jerusalem und AskNoah Intl. aus Jerusalem und die Kontakte zu unseren Noachidischen Freunden auf der ganzen Welt noch weiter zu intensivieren. Hoffentlich wird es bald auch in Deutschland eine starke und blühende Noachidische Gemeinde geben. Es ist unsere Mission und Pflicht, das Wissen über den Willen G-ttes zu verbreiten. Wie der Lubavitscher Rebbe so oft betont hat, ist die Verbreitung der noachidischen Gesetze eine wichtige und entscheidende Mission unserer Generation, Teil der Vorbereitung auf die Zeit des universellen Friedens und Glücks, wenn es keine Schmerzen, Kriege, Krankheiten oder Kummer mehr geben wird, wenn “alle den Namen G-ttes anrufen werden, um Ihm einträchtig zu dienen.” “An diesem Tag wird G-tt Einzig sein und Sein Name wird Einzig sein.” Möge dies schnell und in unseren Tagen geschehen! Amen!

Von Teodor Todorov

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